Ashwagandha – Depressionen und Angst mit Ayurveda behandeln

Ashwagandha wird seit tausenden Jahren im indischen Ayurveda verwendet, um unter anderem Depressionen und Angststörungen zu behandeln.

Ashwagandha – Depressionen und Angst mit Ayurveda behandeln

Die traditionelle indische Praxis des Ayurveda schaut auf eine Jahrtausende währende Geschichte zurück und ist bis zurück ins Jahr 6000 v. Chr. dokumentiert. Einen großen Teil dieser Zeit griff man im Ayurveda auf eine Pflanze namens Ashwagandha zurück, auch bekannt unter den Namen Schlafbeere, Winterkirsche oder Chinesischer Ginseng.

Ashwagandha, dessen Wurzeln meist in getrockneter Pulverform zu sich genommen wird, wird eine Vielzahl von positiven Wirkungen nachgesagt. Im Wesentlichen soll es bei vielen Prozessen im Körper eine ausgleichende Wirkung haben. So soll es hormonelle Schwankungen bei Frauen in den Wechseljahren mildern, Schlafstörungen vorbeugen, Menstruationsbeschwerden lindern oder bei Libidoverlust nachhelfen.

Mittlerweile haben mehr als 200 wissenschaftliche Studien den therapeutischen Nutzen von Ashwagandha untersucht. Dokumentiert sind unter anderem:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Verbesserung von Lernen und Gedächtnis
  • Abbau von Ängsten und Depressionen
  • Stabilisierung des Blutzuckers
  • Vorbeugung gegen und Abbau von Stress
  • Senkung des Cholesterinspiegels
  • Regeneration von Gehirnzellen
  • Hemmung von Entzündungen
  • Schutz vor Malaria

Zum Beispiel gelangte eine 2012 in Indien durchgeführte Doppelblind-Studie zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von hochkonzentrierten Ashwagandha-Kapseln über einen Zeitraum von 60 Tagen die Stressresistenz und damit Lebensqualität gegenüber den Teilnehmern der Kontrollgruppe signifikant steigern konnte.

Ashwagandha gegen Angst und Depressionen

Eine Studie aus dem Jahre 2000 konnte bei der Mehrzahl der Teilnehmer, die regelmäßig Ashwagandha einnahmen, eine Verbesserung in den Symptomen einer generalisierten Angststörung beobachten (88% in der Ashwagandha-Gruppe gegenüber 50% in der Placebo-Gruppe).

Die für Depressionen und Angststörungen entscheidende Wirkung scheint zu sein, dass Ashwagandha gefühlten Stress und die im Körper ausgeschüttete Menge des Stresshormons Cortisol deutlich reduziert.

Gleichzeitig muss gesagt werden, dass all diese Studien meist mit einer geringen Teilnehmerzahl (unter 100) durchgeführt wurden und die große Studie, die eindeutig nachweist, dass und wie Ashwagandha bei Depressionen oder generalisierter Angststörung wirkt, immer noch auf sich warten lässt. Gleichwohl ist das Internet voll von anekdotischen Berichten von Menschen, denen die Pflanze geholfen hat.

Da Ashwagandha an sich sehr gut verträglich ist und seit tausenden Jahren Anwendung findet und auch relativ preiswert zu erwerben ist, sollte man einfach für sich selbst nachforschen und ausprobieren, inwiefern das Mittel einem hilft.

Ashwagandha Dosis und Rezept

Der Geschmack von Ashwagandha-Pulver spricht nicht jedem zu. Oder um es deutlicher zu sagen: Für die meisten Menschen schmeckt es scheußlich. Nicht umsonst lautet die Übersetzung des Wortes so viel wie "Geruch eines Pferdes".

Eine Möglichkeit ist, Ashwagandha in Kapselform zu sich zu nehmen. Alternativ in einfaches Rezept für die Pulverform, das sogar ganz gut schmecken kann, geht wie folgt:

Man nehme einen Teelöffel Ashwagandha, erhitze es zusammen mit einem Glas Milch und füge je nach Belieben etwas Honig hinzu. Wer es mag, kann noch etwas Zimt hinzufügen.

Eine übliche Dosis besteht in einem Teelöffel Ashwagandha-Pulver pro Tag. Maximal sollte man 500 mg pro Tag zu sich nehmen, um größere Nebenwirkungen zu vermeiden.

Ashwagandha morgens oder abends einnehmen?

Eine häufig gestellte Frage ist, ob man Ashwagandha morgens oder abends einnehmen sollte. In der Praxis nehmen die meisten Menschen Ashwagandha abends zu sich, gerade wenn sie es zur Behandlung von Schlafstörungen einsetzen.

Du kannst auch versuchen, Ashwagandha morgens zu dir zu nehmen oder es auf zwei Dosen verteilt morgens und abends einzunehmen. Für manche Menschen funktioniert das. Es kommt jedoch häufiger vor, dass bei einer morgendlichen Einnahme Müdigkeit oder Abgeschlagenheit über den Tag hinweg auftreten.

Fazit: Am besten nimmst du Ashwagandha abends ein. Du kannst auch für einige Tage probieren, es morgens oder in mehreren Dosen über den Tag verteilt einzunehmen und schauen, wie gut du das verträgst.

Wirkungseintritt von Ashwagandha

Es dauert einige Zeit, bis zu einem spürbaren Wirkungseintritt von Ashwagandha. Im Regelfall, kombiniert mit einer gesunden Ernährung und regelmäßiger Bewegung, also einem an sich halbwegs gesunden Lebensstil, fängt Ashwagandha innerhalb von zwei Wochen an zu wirken.

Wie bei vielen anderen natürlichen Mitteln ist zu bedenken, dass auch Ashwagandha kein Wundermittel ist. Es wirkt nicht von einem Tag auf den anderen, es löst nicht alle Probleme und es kann nicht viel gegen eine ungesunde Lebensweise und Ernährung ausrichten.

Nebenwirkungen von Ashwagandha

Ashwagandha ist an sich sehr gut verträglich. Unter bestimmten Umständen kann es aber zu Nebenwirkungen kommen oder sollte gar nicht eingenommen werden.

  • Schwangere Frauen sollten kein Ashwagandha zu sich nehmen. Es kann eventuell zu Fehlgeburten führen.
  • Ebenso sollten stillende Mütter von der Pflanze Abstand halten.
  • In sehr großen Dosen kann Ashwagandha zu Verdauungsstörungen, Durchfall oder Erbrechen führen.
  • Ashwagandha wirkt auf den Blutzuckerspiegel und sollte daher nicht von Menschen mit Diabetes eingenommen werden.
  • Ashwagandha kann das Immunsystem ankurbeln und sollte deshalb nicht von Menschen mit einer Autoimmunerkrankung verwendet werden.
  • Bei Bestehen eines Magengeschwürs sollte ebenfalls auf Ashwagandha verzichtet werden, da es das Verdauungssystem reizen kann.

Zusätzlich sollte immer der behandelnde Arzt befragt werden, wenn du gerade mit einem Medikament behandelt wirst oder eine Operation vor dir oder hinter dir hast.