Hilft die Keto-Diät wirklich bei Depressionen?

Die Keto-Diät kann bei Epilepsie und neurodegenerativen Krankheiten helfen. Doch wirkt sie auch bei Depressionen?

Hilft die Keto-Diät wirklich bei Depressionen?

Hilft die Keto-Diät wirklich bei Depressionen? Die Keto-Diät ist eine Diät, die im Wesentlichen darauf basiert, möglichst viel Fett und nur eine minimale Menge an Kohlenhydraten zu sich zu nehmen. Das Resultat ist eine Umstellung des Körpers in der Weise, wie seine Zellen Energie gewinnen, weg von Kohlenhydraten hin zum Fett bzw. den sogenannten Ketonkörpern, die in der Leber aus dem Fett gewonnen werden.

Die Vorteile, so heißt es, seien vielfältig:

  • Schneller Abbau überflüssigen Gewichts
  • Vorbeugung neurodegenerativer Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson
  • Mehr Energie, Fokus und Klarheit
  • Höhere Leistungsfähigkeit bei Ausdauersportarten
  • Vorbeugung gegen und Milderung von Angststörungen und Depressionen
  • Zurückbildung von Insulin-Resistenz und Typ-2-Diabetes
  • Verringertes Wachstum von Krebszellen
  • Verringerung des Risikos für Herzerkrankungen

Diese Liste ist nicht vollständig, aber umfasst die wesentlichen Gründe, warum mittlerweile Millionen von Menschen die Keto-Diät in Angriff nehmen. Doch wie bei jeder Diät, die es zu Popularität und in die Gesundheitssparte des Frühstücksfernsehens schafft, stellt sich die Frage: Was ist Fakt und was ist Behauptung?

Wie funktioniert die Keto-Diät?

Das Grundprinzip der Keto-Diät lässt sich in wenigen Sätzen umreißen. Eine normale Ernährung, egal wie gesund oder ungesund sie sein mag, hat in ihrem Zentrum Kohlenhydrate. Der menschliche Körper wandelt diese Kohlenhydrate in eine Reihe einfacher Kohlenhydratverbindungen um, hauptsächlich Glucose, und nutzt diese als Energiequelle. Fett wird für schlechte Tage gespeichert. Ebenso werden überflüssige Kohlenhydrate zum Teil in Form von Glucose, zum Teil nach der Umwandlung in Fettsäuren weggespeichert.

Der Körper hat aber auch die Fähigkeit, Fett als Energiequelle zu nutzen. Das tut er aber nur dann, wenn er nicht genügend Kohlenhydrate zur Verfügung hat. Und das ist schon der ganze Trick der Keto-Diät: Sehr wenig Kohlenhydrate, viel Fett und wenig bis moderater Proteinanteil.

In Zentrum der Keto-Diät, und daher auch der Name, stehen die sogenannten Ketone oder Ketonkörper. Das ist eine Gruppe chemischer Verbindungen, die in der Leber aus Fettzellen hergestellt wird. Diese können durch den Blutkreislauf auch die Blut-Hirn-Schranke überwinden und im Gehirn in den Mitochondrien der Gehirnzellen zur Energiegewinnung genutzt werden. Der Zustand, in dem sich vermehrt Ketone im Blut finden lassen und die Energieversorgung des Körpers vermehrt auf Ketonen und damit letztlich Fett basiert, wird Ketose oder Ketylose genannt.

Ketose ist kein unnatürlicher Zustand, sondern eine normale Reaktion des Körpers auf eine mangelnde Zufuhr von Kohlenhydraten, wie es zum Beispiel beim Fasten der Fall ist. Es muss schließlich einen Mechanismus geben, der all das Fett, das wir für schlechte Tage an Bauch und Po wegspeichern, für die Energiegewinnung des Körpers verfügbar macht, wenn die schlechten Tage tatsächlich einmal eintreten.

In der Tat war die Beobachtung, dass Fasten zu Ketose führen kann, der Auslöser für die Entwicklung der Keto-Diät in den 1920er Jahren. Schon seit dem Altertum wurde Fasten erfolgreich als Behandlungsmethode für Epilepsie angewendet. Genauere Studien zu den Mechanismen des Fastens und warum Fasten bei Epilepsie helfen kann, warf Licht auf die Bedeutung des Fettstoffwechsels und der Ketonkörper. Die Entwicklung wirksamerer Medikamente in den folgenden Jahrzehnten führte zu einem Rückgang in der Anwendung der Keto-Diät, obgleich sie auch heute noch zum Beispiel bei Kindern angewendet wird, die nicht auf diese Medikamente ansprechen.

Auf Grund des hohen Alters der Diät gibt es verschiedene Modelle, wie genau eine ketogene Ernährung auszusehen hat. Die klassische Keto-Diät bestand zum Beispiel aus 90% Fett und maximal 10 bis 15 Gramm Kohlenhydraten pro Tag.

Aktuell wird meist folgende Faustregel empfohlen:

  • 5% bis 10% Kohlenhydrate
  • 15% bis 20% Proteine
  • 70% bis 80% Fett

Die Menge an verwertbaren Kohlenhydraten, also vom Körper tatsächlich zur Energieverwendung nutzbare Kohlenhydrate, sollte unter 50 Gramm pro Tag liegen, je nach Person sogar unter 30 Gramm.

Welche Vorteile hat die Keto-Diät?

Bei der Keto-Diät fällt es manchmal schwer, zwischen Tatsachen, Behauptungen und Wunschdenken zu unterscheiden. Belegt ist, dass eine erhöhte Keton-Konzentration im Blut eine positive Auswirkung auf den Gehirnstoffwechsel hat. Sie wirkt hemmend auf entzündliche Prozesse, wirkt neuroprotektiv und wirkt sich mildernd auf das Gleichgewicht von Neurotransmittern aus und auf die Rate, in der Neuronen Signale feuern.

Ein positiver Effekt bei der Verhinderung epileptischer Anfälle ist seit langem belegt. Studien legen ebenfalls nahe, dass die Keto-Diät bei neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson helfen kann.

Ein weiteres Gebiet, in dem sich in Studien eine positive Wirkung der Keto-Diät abzeichnet, ist die Krebsbehandlung. Tumore bestimmter Krebsformen wie Darmkrebs oder Prostatakrebs zeigen unter dem Einfluss einer ketogenen Ernährung ein geringeres Wachstum und eine höhere Empfindlichkeit für Chemotherapie.

Siehe auch: Ketogene Ernährung als unterstützende Krebstherapie (Englisch)

Trotz der fast einhundert Jahre währenden Geschichte der Keto-Diät und deren Anwendung zur Behandlung neurologischer Störungen ist die Faktenlage in Bezug auf die Behandlung von psychischen Störungen wie Depressionen und Angststörungen erstaunlich überschaubar. Die wenige Studien zum Thema beschränken sich entweder auf Tierversuche oder wurden mit einen sehr kleinen Anzahl an Studienteilnehmern durchgeführt. Groß angelegte Doppelblind-Studien an Menschen, die gezielt mit der Behandlung von Depressionen und Angststörungen befassen, stehen immer noch aus.

Trotz der weitreichenden Anwendung einer ketogenen Diät bei der Behandlung psychischer Störung muss man festhalten, dass es immer noch unklar ist, ob eine ketogene Ernährung wirklich langfristig bei Depressionen hilft, in welchem Ausmaße sie hilft und ob sie besser hilft als andere Maßnahmen.

Eine 2004 veröffentlichte und seitdem viel zitierte Studie an Ratten kam zu dem Resultat, dass Ratten, die ketogen ernährt wurden, im Vergleich zu einer normal ernährten Gruppe von Ratten in einem entsprechenden Test seltener depressive Verhaltensweisen an den Tag legten.

Bei besagtem Test handelte sich schlicht um ein Gefäß mit Wasser, in das die Ratten gesetzt wurden, und die Forscher maßen, wie viel Zeit die Ratten damit zubrachten, sich mehr als nur zum Nicht-Ertrinken notwendig bewegten. Die ketogen ernährten Ratten bewegten sich mehr als die Vergleichsgruppe.

In einem weiteren Tierversuch aus dem Jahre 2014 wurde eine Gruppe weiblicher Mäuse über 30 Tage hinweg ketogen ernährt und anschließend paarten sie sich. Nach der Geburt der Jungen zeigten die Babys der Keto-Gruppe eine geringere Anfälligkeit für depressives oder ängstliches Verhalten als die Vergleichsgruppe, deren Mütter normal ernährt wurden.

Zudem zeigten sich nach Tötung der Mäuse in der Hirnstruktur deutliche Unterschiede, zum Beispiel waren der beim Lernen und räumlichen Orientieren beteiligte Hippocampus, der Hypothalamus und der für die Kommunikation zwischen beiden Gehirnhälften zuständige Corpus Callosum geschrumpft, während Teile des Kleinhirns vergrößert waren. Gleichzeitig konnte aber auch eine aktivere Neurogenese im Hippocampus festgestellt werden, also die Neubildung von Nervenzellen, was Anlass für Spekulationen gibt, denn man weiß, dass dieser Vorgang bei Menschen mit einer unipolaren Depression geschwächt ist. Gleichzeitig ist aber auch der Hippocampus im Durchschnitt 10% geschrumpft, was wiederum mit den Ergebnissen dieser Studie Hinweis darauf ist, dass das Volumen selbst keine Bedeutung hat, sondern nur sichtbare Auswirkung anderer Prozesse.

Siehe auch: Details zur Studie (Englisch)

Exogene Ketone um Ketose zu erreichen

Die initiale Umstellung des Körpers auf eine fettbasierte Energiegewinnung ist nicht ohne und stellt viele Menschen vor Probleme. Ein komplett neuer Speiseplan muss aufgestellt werden, das Einkaufsverhalten radikal verändert werden und wer mit der Keto-Brille in den Supermarkt stellt schnell fest, dass der Großteil der angebotenen Produkte nicht für Keto geeignet sind. Nebenwirkungen wie Schwindel und Übelkeit, Hunger, Anfälle großes Verlangens nach Süßem und die berühmte Keto-Grippe sind nicht unüblich für die ersten Tage und Wochen einer Keto-Diät und lassen so manchen schnell wieder aufgeben.

Eine Möglichkeit, den Vorgang der Umstellung zu beschleunigen und Nebenwirkungen abzumildern, besteht darin, sogenannte exogene oder externe Ketone zu sich zu nehmen. Dabei nimmt man Ketone oder leicht umwandelbare Vorstoffe von Ketonkörpern direkt mit der Nahrung auf und erhöht so die Anzahl an Ketonkörpern im Blut. Das erlaubt einem auch, mehr Kohlenhydrate als in einer reinen Keto-Diät zu sich zu nehmen, was es einfacher gestaltet, Kühlschrank, Teller und Bauch zu füllen.

Keton-Salz und BHB-Salz

Keton-Salz, auch BHB-Salz genannt, ist meist ein Pulver, in dem sich der Ketonkörper β-Hydroxybutyrat befindet gebunden an Mineralsalze wie Natrium, Kalium und Kalzium. Aufgrund des relativ geringen Preises, erfreuen sich Keton-Salze größerer Beliebtheit. Es deutet aber vieles darauf hin, dass sie nicht die beste Methode sind, um Ketose zu erreichen. Dafür sprechen zwei Gründe:

  • Verglichen mit zum Beispiel MCT-Öl ist die Zunahme der Konzentration von Ketonkörpern bei der Einnahme von Keton-Salz relativ gering.
  • Der hohe Salzgehalt kann zu einer ungesunden Überversorgung mit Natrium führen. Manche Produkte beinhalten in einer Serviereinheit fast 70% der empfohlenen täglichen Natrium-Menge.

Keton-Ester

Keton-Ester sind Flüssigkeiten, in denen die Ketonkörper nicht an Salze gebunden sind, sondern an Alkohol-Moleküle wie z.B. Glycerin, ein Ester. Sie sind teurer als Keton-Salze und Berichten zufolge schmecken sie furchtbar. Dafür sind sie deutlich effizienter darin, die Keton-Konzentration im Blutkreislauf zu erhöhen und Ketose zu erreichen, ohne großartige Nebenwirkungen.

Selbst bei Beibehaltung einer normalen kohlenhydrate-basierten Diät entfalten sie ihre Wirkung und können den Körper für einen kurzen Zeitraum von bis zu mehreren Stunden in Ketose versetzen. Das machen sich unter anderem Sportler zunutze, da sich in Studien gezeigt hat, dass sich durch die Einnahme von exogenen Ketonkörpern eine Leistungssteigerung im Ausdauerbereich erzielen lässt und eine verbesserte Regeneration nach dem Sport.

MCT-Öl

MCT-Öl wird aus Kokosöl gewonnen und enthält selbst keine Ketonkörper. Die Fette im MCT-Öl können aber sehr leicht vom Körper in Ketone umgewandelt werden, weshalb sie mehr oder weniger wie eine externe Ketonquelle funktionieren.

Unterschieden wird zwischen verschiedenen Arten von MCT-Molekülen in Abhängigkeit von der Molekülstruktur bzw. der Anzahl der Kohlenstoff-Atome im Molekül:

  • C6 (Capronsäure): Das kürzeste Molekül mit sechs Kohlenstoff-Atomen. Es wird recht schnell in Ketone umgewandelt, führt aber häufig zu Magenbeschwerden.
  • C8 (Caprylsäure): Diese Form bietet dem Körper die größte Ausbeute an Ketonkörpern und wird von allen MCT-Formen am schnellsten umgewandelt.
  • C10 (Caprinsäure): Enthält 10 Kohlenstoff-Atome und wirkt entzündungshemmend.
  • C12 (Laurinsäure): Mit 12 Kohlenstoff-Atomen das längste Molekül und in seinen Eigenschaften nah an "normalen" Fettsäuren, weshalb es im Kontext der Keto-Diät keine Rolle spielt.

Fast alle auf dem Markt befindlichen Produkte basieren af Caprylsäure (C8) oder aus einer Mischung aus Caprylsäure und Caprinsäure (C10).

Eine der bekanntesten Anwendung von MCT-Öl ist der sogenannte Bulletproof Coffee (wörtliche Übersetzung: kugelsicherer Kaffee), auf den viele Anhänger der Keto-Diät und schwören, insbesondere bei einer Kombination der Keto-Diät mit Intervallfasten. Dabei wird frisch aufgebrühter Kaffee mit Butter und MCT-Öl zu einem cremigen Getränk verquirlt und meist als Ersatz für ein Frühstück getrunken. Das Getränk soll die Eigenschaft haben, dem Körper ausreichend Energie für die ersten Stunden des Tages zu liefern, ohne feste Nahrung zu sich nehmen zu müssen.

MCT-Öl steht auch im Mittelpunkt der sogenannten MCT-Diät, die in 1960er Jahre entwickelt wurde, um Menschen zu helfen, in Ketose zu gelangen, die Probleme haben, den extremen Beschränkungen in Bezug auf den Kohlenhydratanteil ihrer Ernährung zu folgen. Diese Diätform macht sich zunutze, dass der menschliche Körper MCT-Öl schneller und effizienter zu Ketonen umwandeln kann als normale durch die Ernährung aufgenommene Fette. Im Rahmen dieser Diät werden etwa 30% bis 40% des Energiebedarfs durch MCT-Öle gedeckt, 30% durch sonstige Fette und im Vergleich zur klassischen Keto-Diät kann die Menge an aufgenommenen Kohlenhydraten auf das bis zu Dreifache erhöht werden.

Risiken und Nebenwirkungen der Keto-Diät

Die Keto-Diät stellt eine radikale Umstellung der Ernährung dar und es ist naheliegend, dass ein solcher Schritt nicht ohne Risiken daherkommt.

Keto-Grippe

Eine typische Erscheinung, die viele Menschen betrifft, die ihre Ernährung auf Keto umstellen, ist die sogenannte Keto-Grippe. Sie tritt in den ersten Tagen oder Wochen nach der Umstellung auf und klingen beim Großteil der Betroffenen innerhalb einer Woche wieder ab.

Die Symptome einer Keto-Grippe sind in ihrem Auftreten und ihrer Schwere für jede Person anders. Zu den Symptomen können gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Verstopfung
  • Magenschmerzen
  • Schwindel
  • Muskelkrämpfe
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Müdigkeit und Energiemangel

Nicht jeder Keto-Anfänger wird von der Keto-Grippe betroffen. Man kann ihr zu einem gewissen Grade vorbeugen, indem man darauf achtet, möglichst viel zu trinken und trotz aller Beschränkungen möglichst viel Gemüse isst, insbesondere solche, die reich an Kalium und Magnesium sind.

Azidose

Ketose, die durch Ernährungsumstellung herbeigeführt wird und nicht durch die Einnahme von externen Keton-Quellen, also die klassische Keto-Diät kann zu einem überhöhten Niveau an Ketonkörpern im Blut führen und damit potenziell zu einer Azidose bzw. Ketoazidose. Dabei handelt es sich um einen ungesund starken Abfall des ph-Werts des Blutes. Die Folgen sind Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Zittern, Müdigkeit und Funktionsstörungen im Großhirn, die in schweren Fällen in ein Koma und sogar den Tod führen können.

Für einen gesunden Menschen ist die Gefahr jedoch gering, allein durch eine Ernährungsumstellung ein derart gefährliches Ketose-Niveau zu erreichen. Die Gefahr ist ungleich höher für Menschen mit Leberstörungen, Akoholproblemen oder gestörtem Insulinhaushalt. Insbesondere Typ-1-Diabetiker, die aufgrund der Natur ihrer Krankheit eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Ausbildung einer Ketoazidose haben, sollten daher unter keinen Umständen eigenmächtige Experimente unternehmen. Sie bringen ihre Gesundheit und ihr Leben in Gefahr. Ein ausführliches Gespräch mit einem fachkundigen Arzt ist unabdingbar.

Nierensteine

Studien legen nahe, dass die Umstellung auf eine ketogene Diät mit einem erhöhten Risiko für die Bildung von Nierensteinen einhergeht. Wie schon Typ-1-Diabetiker sollten Menschen mit bestehenden Nierenerkrankungen nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt ihre Ernährung umstellen oder Nahrungsergänzungsmittel zur Herbeiführung von Ketose einnehmen.

Mangelernährung

Schaut man sich einmal in der Keto-Szene um, liest in Blogs und Diskussionsgruppen, dann zeigt sich häufig eine bedenkliche Verengung der Diskussion allein auf die Frage, wie viel Fett man im Verhältnis zu Proteinen und Kohlenhydraten zu sich nehmen sollte. Es finden sich Empfehlungen für keto-konforme McDonalds-Burger (einfach Ketchup und Brötchen weglassen), Rezepte für Gerichte, die zur Hälfte aus Speck bestehen, und generell eine Mentalität, dass Keto bedeutet, Kohlenhydrate durch Butter, Eier und Speck zu ersetzen und morgens statt eines Frühstücks seinen Bulletproof Coffee zu schlürfen.

Dass das nicht gesund sein kann, liegt auf der Hand. Eine Umstellung auf eine keton-basierte Energieversorgung des Körpers bedeutet nicht, dass der Körper nicht mehr darauf angewiesen ist, eine Vielzahl anderer Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe aus der Nahrung zu beziehen. Man kann Keto-Diät sehr leicht falsch betreiben und sich in eine Situation bringen, in der dem Körper wichtige Nährstoffe vorenthalten werden.

Fazit

Vieles spricht dafür, dass die Keto-Diät einen positiven Effekt auf Empfinden und Lebensqualität von Menschen mit Depressionen und Angststörungen hat. Es muss aber auch gesagt werden, dass die Studienlage in diesem Zusammenhang immer noch unzufriedend ist und sich häufig auf Tierversuche beschränkt.

Die Keto-Diät ist keine einfache Ernährungsumstellung, sondern stellt einen vor viele Probleme, die nur durch intensives Befassen mit der Materie und Planen des täglichen Speiseplans gemeistert werden können. Nebenwirkungen bei der Umstellung sind häufig.

Mögliche Alternativen existieren in der Form von exogenen Ketonquellen wie MCT-Öle. Auch ist nicht eindeutig bekannt, inwiefern sich die Strapazen einer Keto-Diät bei Depressionen und Angststörungen bezahlt machen im Vergleich zu anderen Ernährungsformen wie der mediterranen Diät oder Intervallfasten.

Ein abschließendes Urteil ist zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.

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