Hilft Kurkuma bei einer Depression?

Kurkuma ist ein Gewürz, das seit Tausenden von Jahren angewendet wird, um Schmerzen zu lindern, das aber auch, wie neuere Studien zeigen, Depressionen lindern kann.

Hilft Kurkuma bei einer Depression?

Kurkuma, auch Gelbwurzel oder Safranwurzel genannt, wird besonders in Indien seit Tausenden von Jahren als Gewürz und natürliches Heilmittel verwendet. Man schätzt, dass etwa 80% der gesamten Welternte in Indien verbraucht wird, was sich auch in der Allgegenwart des Gewürzes in der indischen Küche zeigt. Im Currypulver ist es beispielsweise zuständig für die typische gelblich-orange Farbe.

In der traditionellen indischen Heilkunst Aryuveda spielt Kurkuma eine wichtige Rolle. Dessen ätherischen Ölen wird eine antiseptische und antibakterielle Wirkung zugesprochen. Es kommt bei einer großen Breite an Erkrankungen zum Einsatz, vom grippalen Effekt über Gelenkbeschwerden bis hin zu Diabetes. Zu früheren Zeiten galt die Pflanze als heilig und wird bis heute bei religiösen Zeremonien verwendet.

Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre legen nahe, dass Kurkuma einen positiven Einfluss auf verschiedene Störungen im zentralen Nervensystem hat, darunter Alzheimer, Epilepsie und Depressionen.

Kurkumin - Der Wirkstoff im Kurkuma

Bei der Suche nach den für die positiven Eigenschaften verantwortlichen Wirkstoffen im Kurkuma rückt besonders das Kurkumin ins Blickfeld, ein Farbstoff, der eine stark entzündungshemmende und antioxidierende Wirkung hat. Tierversuche haben zum Beispiel gezeigt, dass hochdosiertes Kurkumin Symptome von Lethargie und Antriebslosigkeit mildern, wie sie häufig in einer depressiven Episode auftreten. Weiter zeigte sich, dass Kurkuma bei Mäusen zu einem höheren Serotonin- und Dopamin-Spiegel führt, beides Neurotransmitter, die eine zentrale Rolle in der Entstehung einer Depression spielen. Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass die Effekte von chronischem Stress auf das zentrale Nervensystem lindern konnte, was wiederum aufgrund der zerstörerischen Wirkung von Stress zu einer Linderung von depressiven Symptomen führte.

Doch Kurkuma bzw. Kurkumin hat nicht nur in Tierversuchen weitgehend positive Resultate erzielt, sondern es ist anzunehmen, dass die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragbar sind. Zum einen weiß man, dass eine Depression zumindest teilweise ein aus dem Ruder gelaufener Entzündungsprozess ist, weshalb antioxidierende, entzündungshemmende Nahrungsmittel wie eben Kurkuma oder Heidelbeeren oder Kaffee und grüner Tee vielen Menschen Linderung verschaffen.

Andererseits kamen mittlerweile mehrere Studien zum Schluss, dass der im Tierversuch festgestellte Effekt beim Menschen reproduzierbar ist. Eine Doppel-Blind-Studie mit etwas über 50 Teilnehmern aus dem Jahre 2015, sowie eine weitere Studie mit 100 Teilnehmern aus dem Jahre 2013 führten zu einer statistisch signifikanten Verbesserung bei den Teilnehmern in den Gruppe, die mit einem hochdosierten Kurkuma-Nahrungsergänzungsmittel behandelt wurden. Zudem zeigten sich nachweisbare Veränderungen in verschiedenen Bio-Markern im Urin und Blut, die mit Depressionen assoziiert sind.

Weitere Bestandteile mit heilsamem Effekt sind das im ätherischen Öl enthaltene Phellandren, Cineol, und Borneol. Zusätzliche Bestandsteile sind Turmerol und die Capronsäure.

Wie nutzt man Kurkuma am besten?

Üblicherweise verwendet man vom Kurkuma die Knollen und langen Äste des Wurzelstocks. Letzterer wird dem Trocknen erst einmal in kochendes Wasser getaucht.

Kurkumin hat eine relativ schlechte Bioverfügbarkeit. Das heißt, dass es schwierig ist, eine größere Dosis aufzunehmen, indem man einfach seine Nahrung mit frischem oder getrocknetem Kurkuma würzt. Kurkumin ist nicht wasserlöslich und verbleibt nur sehr kurze Zeit in der Blutbahn.

Eine Möglichkeit ist, seine Nahrung zusätzlich mit schwarzem Pfeffer zu würzen, sowie den Fettanteil zu erhöhen. Dies macht es einfacher für den Körper, das Kurkumin zu extrahieren und aufzunehmen. Das Essen gut zu erhitzen, erhöht zusätzlich die Bioverfügbarkeit.

Alternativ kann auf Kurkumin-Extrakte in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zurückgegriffen werden. Da Kurkumin zumindest in Studien immer in hochdosierter Form Anwendung findet und dort seine Resultate zeigt, ist ein Nahrungsergänzungsmittel für die meisten Menschen wahrscheinlich die beste Variante.

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