Kurios: Ist Sperma ist ein Antidepressivum?

Eine Studie an der Universität Albany kommt zu dem kurios anmutenden Ergebnis, dass Sperma Depressionen lindert.

Kurios: Ist Sperma ist ein Antidepressivum?

Eine 2002 an der Universität von Albany, New York durchgeführte Studie kommt zu dem ein wenig seltsam klingendem Schluss, dass das männliche Sperma für Frauen eine antidepressive Wirkung besitzt.

An der Studie nahmen ungefähr 300 Frauen teil. Sie füllten anonym mehrere Fragebögen zu verschiedenen Aspekte ihres Sexualverhaltens aus, zur Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs, zur Anzahl der Tage, die seit dem letzten Geschlechtsverkehr verstrichen waren, und ob sie beim Sex Kondome verwendeten oder nicht.

Weiterhin wurde mithilfe eines psychologischen Test festgestellt, ob sie depressiv waren und, wenn ja, wie schwer ihre Depression war. Zum Einsatz kam dabei das sogenannte Beck Depression Inventory, ein Test aus 21 Fragen, der neben dem PHQ-9 aufgrund seiner Zuverlässigkeit häufig Anwendung in klinischen Studien findet.

Wie die Studienleiter Gordon G. Gallup, Rebecca Burch und Steven Platek, allesamt renommierte Wissenschaftler und Psychologen, später in einem Artikel erklärte, zeigten sich bei Frauen, die Sex ohne Kondom hatten, ein signifikant geringerer Wert auf der Depressionsskala im Vergleich zu Studienteilnehmern, die üblicherweise Kondome verwendeten.

Nicht nur waren Frauen, die Sex ohne Kondome hatten, weniger depressiv, sondern bei den Frauen, die Kondome benutzten, standen die Schwere depressiver Symptome und die Wahrscheinlichkeit von Selbstmordversuchen in einem direkten proportionalen Verhältnis dazu, wie strikt sie bei der Verwendung von Kondomen waren.

Je häufiger eine Frau beim Geschlechtsverkehr auf das Kondom verzichtete, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer Depression. Im Gegenzug erhöhten sich die depressiven Symptome bei Frauen, die kein Kondome verwendetet, um so mehr, je länger der letzte Sex zurücklag.

Eine mögliche Erklärung für die gezeigten Daten liegt den Forschern zufolge darin, dass Sperma tatsächlich verschiedene antidepressiv wirkende Stoffe enthält, die durch die Schleimhaut der weiblichen Vagina absorbiert werden.

Spermien machen nur etwa drei Prozent des männlichen Samens aus. Die restlichen 97 Prozent bestehen hauptsächlich aus Wasser und etwa 50 chemischen Verbindungen: Zucker, Immunsuppressiva, die das Immunsystem der Frau davon abzuhalten, die Spermien abzutöten, weibliche Sexualhormone und mehrerere stimmungsaufhellende Verbindungen: Estron, Endorphine, Östrogen, Prolaktin, Oxytocin, Thyreoliberin und Serotonin.

Auch wenn sich an dieser Stelle etliche so offensichtliche wie pubertäre Witze aufdrängen, und auch wenn die Aussagekraft der Studie schon allein aufgrund ihrer Methodik sehr eingeschränkt ist, so hat sie doch einen ernsten Kern, und weitere Studien könnten tiefere Einsicht in die biologischen Aspekte von Depressionen liefern und unter Umständen zur Entwicklung besserer Medikamente beitragen.

Weiterführende Links

Ernährung bei einer Depression

Depressionen natürlich heilen