8 Anzeichen für eine narzisstische Mutter

Wenn du mit einer narzisstischen Mutter aufwächst, wirst du ständig daran erinnert, nicht gut genug zu sein und dass deine Gefühle, Sorgen, Probleme unwichtig sind.

8 Anzeichen für eine narzisstische Mutter

Eine normale Eltern-Kind-Beziehung durchläuft über die Jahre mehrere Phasen, in denen sich das Kind schrittweise aus absoluter Abhängigkeit hin zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickelt, deren Willen und deren Selbstbild unabhängig von den Eltern ist.

Die meisten Eltern akzeptieren, dass ihr Kind nicht auf ewig ein Kind bleiben wird und dass es zu einem Erwachsenen heranwachsen wird, so wie sie ein Erwachsener sind. Die meisten Eltern unterstützen ihr Kind dabei und helfen ihm, seine eigene Persönlichkeit zu finden. Bei einem narzisstischen Elternteil ist dieser Prozess des Aufwachsens jedoch gestört, denn für ein narzisstisches Elternteil ist die zunehmende Unabhängigkeit ihres aufwachsenden Kindes eine Bedrohung.

In vielerlei Hinsicht ist es dabei egal, ob das Elternteil nun ein narzisstischer Vater oder eine narzisstische Mutter ist. Es gibt Unterschiede, wie es auch Unterschiede gibt im Hinblick darauf, ob das Kind ein Sohn oder eine Tochter ist. An der Basis haben sie aber alle das gleiche Thema: Das Kind ist niemals gut genug oder fähig genug.

Was ist Narzissmus?

Beim Narzissmus unterscheiden wir grob zwei Typen: den grandiosen und den verletzlichen oder auch versteckten Narzissten. Beiden ist gemein, dass die Welt eines Narzissten sich mehrheitlich um ihn selbst dreht. Bewusst oder unbewusst ist er von der Überzeugung geleitet, besonders zu sein, besser zu sein, überlegen zu sein und mehr zu verdienen als andere. Es mangelt ihm an Mitgefühl, was nicht bedeutet, dass er keines hat.

Der wesentliche Unterschied zwischen dem grandiosen und dem verletzlichen Narzissten liegt darin, dass der grandiose Narzisst seine gefühlte Überlegenheit nach außen hin darstellt. Er ist sehr dominant und extravertiert. Er muss angeben, er muss im Mittelpunkt stehen, er muss Erfolg haben und ihn zeigen. Er ist ein arrogantes Arschloch. Kritik prallt fast immer von ihm ab, es sei denn, sie wird jemandem geäußert, den er als würdig betrachtet.

Der verletzliche Narzisst kann hingegen ziemlich schüchtern und zurückhaltend wirken. Er ist sehr sensibel gegenüber Kritik und nimmt sie leicht als persönlichen Angriff wahr. Er ist rachsüchtig, vergisst oder vergibt vermeintliche Verletzungen nur schwer. Der verletzliche Narzisst ist noch eher der Typ, der merkt, dass etwas mit ihm nicht stimmt und dass sein Verhalten nicht normal ist. Scham ist auch deshalb ein häufiges Thema in seinem Alltagserleben.

Narzissmus im allgemeinen Sprachgebrauch ist erst einmal nur ein Persönlichkeitstyp und keine psychische Krankheit entsprechend den Diagnoseleitfäden ICD oder DSM. In besonders ausgeprägten Fällen von grandiosem Narzissmus, die zu schwerwiegenden Einschnitten im Leben des Betroffenen führen, kann eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden. Für verletzlichen Narzissmus das in der Form nicht, auch wenn es Bestreben dahingehend gibt, die Kriterien der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung dahingehend zu ändern. Auch gibt es Expertenmeinungen, die den verletzlichen Narzissmus in der Nähe der Borderline-Persönlichkeitsstörung sehen.

Anzeichen für eine narzisstische Mutter

1. Es geht ständig nur um sie

Eine narzisstische Mutter stellt sich immer in den Mittelpunkt und verbiegt Situation derart, dass es sich am Ende um sie dreht. Hat das Kind zum Beispiel eine Krankheit, dann wird die narzisstische Mutter nicht das kranke Kind in den Vordergrund stellen, sondern sich selbst, wie sie sich aufopferungsvoll um das Kind kümmert oder was es ihr für Leben bedeutet, dass sie die Mutter eines kranken Kindes ist.

Hat das Kind ein Problem und wendet sich damit an die Mutter, dann wird sie häufig das Gespräch so leiten, dass es am Ende um ein Problem geht, dass die Mutter hat, denn die Probleme der Mutter wiegen immer schwerer als die des Kindes. Wo sich die Gelegenheit bietet, lenkt die Mutter nicht nur das Thema auf eines ihrer Probleme, sondern wird auch unterschwellig suggerieren, dass dieses Problem teilweise oder ganz durch das Kind verursacht wurde.

2. Zuneigung und Anerkennung sind an Bedingungen geknüpft

Typische für eine narzisstische Mutter ist, dass ihr Kind sich jedes Zeichen von Zuneigung, Liebe und Anerkennung hart erarbeiten muss. Nur wenn es exakt das tut, was die Mutter will, wird es anerkannt und geliebt. So ist das Kind auch ständig in Gefahr, durch selbst minimales Fehlverhalten die mütterliche Liebe oder Anerkennung zu verlieren. In einer normalen Eltern-Kind-Beziehung kann sich das Kind darauf verlassen, von seinen Eltern geliebt zu werden. Diese Liebe ist bedingungslos. Es muss keine Angst haben, durch einen Fehler oder auch einfach eine selbstständige, nicht von der Mutter vorher abgesegnete Handlung diese Liebe zu verlieren.

3. Ständiges Abwerten und Beschuldigen

Das Kind einer narzisstischen Mutter kann niemals die Erwartungen der Mutter erfüllen und das lässt die Mutter ihr Kind spüren. Auf vielfältige Weise wird dem Kind gezeigt: Du bist ein Fehler. Du bist nicht gut genug. Du enttäuschst.

Kleine Fehler werden zu Katastrophen aufgebauscht. Eine mittelmäßige Schulnote wird z. B. als Zeichen dafür gewertet, dass das Kind dumm und faul ist. Häufig beschuldigt die narzisstische Mutter auch ihr Kind, für irgendein negatives Ereignis verantwortlich zu sein, obwohl es keine Schuld daran trägt. Die Mutter stößt zum Beispiel ein Glas Wasser um. Schuld daran ist dann das Kind, weil es sie abgelenkt hat oder irgendeinen Gegenstand falsch platziert hat.

4. Gleichgültigkeit und emotionale Abwesenheit

Narzissmus ist grundsätzlich mit einer eingeschränkten Fähigkeit behaftet, Mitgefühl für andere Menschen zu haben. Es fehlt nicht unbedingt an der Einsicht darin, Gefühle bei anderen Menschen zu erkennen und vorherzusehen, wie sich eine Aktion auf die Gefühle eines Anderen auswirken. Es fühlt eher das tatsächliche Mitfühlen. Wenn das Kind weint, versteht die narzisstische Mutter schon, dass es traurig ist. Es ist nur zu einem bestimmten Grade egal.

Eine narzisstische Mutter ist emotional kaum verfügbar. Der innerfamiläre Umgang ist entweder eher distanziert und größere Emotionen kommen eher dann auf, wenn es Streit gibt, oder wenn die Mutter an einem Problem nagt. Das Kind kann sich nicht mit seinen Gefühlen an die Mutter wenden.

5. Missachtung von Grenzen

In einer gesunden Eltern-Kind-Beziehung hat das Kind seine Privatsphäre. Je älter es wird, desto größer wird der private Raum, den Eltern nur mit Einwilligung betreten dürfen. Das Kind einer narzisstischen Mutter hat dieses Recht auf Privatsphäre nicht. Die Mutter betritt das Kinderzimmer, wann immer sie will. Sie schnüffelt in den Sachen ihres Kindes herum und schreckt auch nicht davor, das Tagebuch zu lesen oder Unterhaltungen auf dem Handy zu durchstöbern.

Selbst im fortgeschrittenen Jugendalter ist es nicht selten, dass eine narzisstische Mutter darauf besteht, bei einem Arztbesuch mit im Untersuchungszimmer zu sein. Ob das Kind sich schämt oder herabgewürdigt fühlt, ist der Mutter egal. Das zeigt sich auch darin, dass eine narzisstische Mutter vor anderen Menschen intime Details des Kindes preisgibt oder sich über das Kind beschwert, selbst wenn das Kind anwesend ist.

6. Sich als für zu gut für das Kind darstellen

Eine narzisstische Mutter hat natürlich eine außerordentlich hohe Meinung von sich selbst, als Person und als Mutter. Diese Wahrnehmung, eine außerordentlich gute Mutter zu sein, verstärkt sie dadurch, dass sie das Kind oft als außerordentlich schlechtes Kind darstellt. Gerade gegenüber anderen Personen bläht sie negative Ereignisse in ihrer Bedeutung auf oder sie erfindet Geschichten, in denen das Kind etwas Schlechtes getan hat.

Diese Grundeinstellung, eine viel zu gute Mutter für ein viel zu schlechtes Kind zu sein, zeigt sie auch dem Kind gegenüber, indem die Mutter letztlich erwartet, dass das Kind dankbar ist dafür, überhaupt da sein zu dürfen. Eigentlich hat das Kind sie nämlich gar nicht als Mutter verdient. Das äußert sich zum Beispiel in häufigen Vergleichen mit anderen Kindern. Auch Bestrafungen für kleinste Fehler oder vermeintlich abweichendes Verhalten sind dazu da, dem Kind zu zeigen, wie fehlerbehaftet es ist.

7. Sabotieren von Beziehungen

Kinder einer narzisstischen Mutter erleben häufig eine Art Isolation durch die Mutter, die genau kontrolliert, wer wann wie mit dem Kind in welcher Beziehung stehen darf. Es kann sein, dass die Mutter Freundschaften unterbindet, denn die Aufmerksamkeit des Kindes gehört ihr. Gerade dann im Jugend- und Erwachsenenalter kann man beobachten, dass Liebesbeziehungen sabotiert werden. Das kann offen passieren oder versteckt. Das Klischee der bösen Schwiegermutter findet seine Erfüllung in der narzisstischen Schwiegermutter.

8. Konkurrenzdenken

Gerade bei einer Tochter ist es nicht selten, dass eine narzisstische Mutter sich mit ihrer Tochter in einer Art Konkurrenzsituation sieht. In ihrer Wahrnehmung konkurrieren sie z. B. um die Liebe des Vaters und die Mutter sabotiert ihre Tochter darin. Sie manipuliert den Vater, stellt Ereignisse so dar, dass er schlecht über die Tochter denkt. Auch möglich ist, dass die Mutter bei einer älteren Tochter versucht, mit dem Freund der Tochter zu flirten oder ihn sogar zu verführen. Sie will zeigen, dass sie besser ist als die Tochter.

Möglich ist auch, dass das Kind öffentlich vor Herausforderungen gestellt wird, die es sehr wahrscheinlich nicht meistern kann, nur um der Welt zu zeigen: Schaut her, wie unfähig meine Tochter/mein Sohn ohne mich doch ist.

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