Soziale Phobie – Symptome und Anzeichen

Eine soziale Phobie ist die Angst davor, von anderen bewertet und für nicht gut genug befunden zu werden.

Soziale Phobie – Symptome und Anzeichen

Die soziale Angststörung oder soziale Phobie ist ein weitaus häufigeres Problem, als bisher angenommen. Millionen von Menschen leiden aktuell an der ein oder anderen Ausprägung dieser Krankheit – entweder an einer Angst vor bestimmten Situationen oder an einer generellen Angst vor Menschen und sozialen Situationen.

Symptome einer sozialen Phobie

Im Zentrum dieser Störung steht die Angst, von anderen Menschen negativ beurteilt und bewertet zu werden, was zu Gefühlen von Unzulänglichkeit und Minderwertigkeit führt. Das wiederum führt dazu, dass Menschen mit einer sozialen Phobie häufig zusätzlich Depressionen oder eine generalisierte Angststörung entwickeln. Hinzu kommen Panikattacken in besonders stressbeladenen Situationen. Körperliche Symptome sind oft übermäßiges Erröten, übermäßiges Schwitzen, Zittern, Herzklopfen und Übelkeit. Ebenso kann es zu Stottern und übermäßig schnellem Sprechen kommen.

Der internationale Diagnose-Leitfaden ICD-10 schreibt in seiner Kurzbeschreibung zur sozialen Phobie folgendes: "Angst vor der Bewertung durch andere Menschen, die zur Vermeidung sozialer Situationen führt. Ausgeprägtere soziale Phobien sind meist mit geringem Selbstwertgefühl und Angst vor Kritik verbunden. Sie können einhergehen mit Erröten, zittrigen Händen, Übelkeit oder übermäßigem Harndrang. Der Patient ist manchmal davon überzeugt, dass eine dieser sekundären Symptome ihrer Angst das eigentliche Problem sei. Die Symptome können sich zu Panikattacken weiterentwickeln."

So kann ein Betroffener zum Beispiel Angst davor haben, in der Öffentlichkeit zu essen aus der irrationalen Angst davor, sich eventuell übergeben zu müssen. Das wiederum kann dazu führen, dass ihm in Situationen, in denen er im Beisein anderer Menschen etwas isst, tatsächlich übel wird.

Ein Mensch kann Angst davor haben, sich mit Fremden zu unterhalten aus Angst, er könne etwas Dummes sagen oder sich durch fehlende Small Talk-Fertigkeiten lächerlich machen. In Folge wird er in seiner Anspannung kaum ein sympatischer Gesprächspartner sein, aus dem die Anekdoten und interessanten Themen nur so heraussprudeln. Und mit vor Anspannung schwitzenden Händen wird es ihm peinlich sein, anderen Menschen die Hand zu geben, was wiederum zur Sorge führt, als unhöflicher Mensch wahrgenommen zu werden, weshalb er es vermeidet, in Situationen zu gelangen, in denen er anderen die Hand geben muss.

In ausgeprägten Fällen kann jedes Aufeinandertreffen mit fremden Menschen zur Qual werden. Ein Besuch einer Party oder eines voll besetzten Restaurants kann für Betroffene zum Spießrutenlauf werden.

Eine soziale Phobie geht oft einher mit einem deutlichen Verlust an Lebensqualität, da Betroffene sich in einer Vielzahl an Vermeidungsstrategien ergeben, die alle darauf abzielen, die als unangenehm empfundenen sozialen Situationen zu vermeiden. Sie machen sich selbst zum Eigenbrötler oder Außenseiter, haben Probleme, sich in Bewerbungsgesprächen ins rechte Licht zu setzen oder mit dem Vorgesetzten eine Beförderung zu verhandeln.

Häufig kommt es vor, dass Betroffene sich mit Alkohol oder Drogen „locker machen“, um soziale Situationen durchzustehen. Das kann zu Alkoholismus, Essstörungen oder Drogensucht führen.

Ursachen von sozialen Phobien

Die Ursachen für die Ausbildung einer sozialen Angststörung sind vielfältig und wie so häufig nicht vollständig erforscht. So weiß man, dass es eine genetische Veranlagung geben kann. Menschen mit einem Verwandten ersten Grades, der an einer sozialen Phobie leidet, haben ein um den Faktor zwei bis drei erhöhtes Risiko, selbst an einer sozialen Angststörung zu erkranken.

Negative Erfahrungen können Auslöser oder Verstärker sein, insbesondere bei sowieso schon sensibleren Menschen. Zu solchen Erfahrungen können einmalige traumatische oder als peinlich erlebte Ereignisse gehören, als auch lang anhaltendes Mobbing im Kindesalter. Ein Außenseiter im Kindergarten oder in der Schule hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich auch im Erwachsenenalter von anderen Menschen fernzuhalten und sich nicht selbstbewusst und angstfrei in sozialen Situationen bewegen zu können.

Behandlung einer sozialen Phobie

Vielen Betroffenen kann mit einer Psychotherapie geholfen werden, häufig in Form von kognitiver Verhaltenstherapie oder eine Abwandlung dieser Therapieform. In schweren Fällen kann die Gabe von selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmern zumindest bei einem Teil der Betroffenen zu einer Linderung der Symptome führen. Das kann jedoch mit teils starken Nebenwirkungen einhergehen, z.B. mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Libidoverlust. Zudem neigen Menschen mit sozialer Phobie bei dieser Medikamentenform eher dazu, eine Hypomanie auszubilden, eine sanftere Form der Manie, die durch Überdrehtheit, Aufgekratztheit und übermäßig Stimmungshochs gekennzeichnet ist.

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