Depressionen natürlich heilen

Es muss nicht immer Chemie sein. Es gibt natürliche Wege und Hausmittel, mit einer Depression umzugehen.

Depressionen natürlich heilen

Vorweg: Der Titel dieses Artikels ist etwas übertrieben. Erstens kann man bestimmte Formen von Depressionen nicht heilen, sondern lernen damit umzugehen und sich nicht das Leben versauen zu lassen. Zweitens gibt es schwere Formen der Depression, bei denen man sich unbedingt in Therapie begeben sollte und häufig auch Antidepressiva wie z. B. Sertralin einnehmen sollte, um überhaupt erst in der Lage zu sein, die Therapie sinnvoll anzugehen.

Dennoch sind die in diesem Artikel dargestellten Maßnahmen ein Muss für jeden Menschen, der unter einer Depression leidet, um die Symptome entweder zu lindern oder im Falle einer milden Depression oder bei Formen wie der Dysthymie ein halbwegs unbeschwertes Leben führen zu können.

Sport treiben

Schon die alten Griechen hielten depressive Menschen dazu an, sich regelmäßig zu bewegen. Sport wirkt auf vielfältige Weise dabei, das Gemüt aufzuhellen. Er lenkt von quälenden Gedanken ab, er gibt einem ein positives Körpergefühl und er führt zur Ausschüttung von Endorphinen und Dopamin, den so genannten Glückshormonen.

Auch wenn wissenschaftliche Studien nicht aussagekräftig sind, so wird doch oft empfohlen, statt Krafttraining lieber eine halbe Stunde zu joggen, zu schwimmen oder andere Sportarten zu treiben, die den Herzschlag anheben. Wer körperlich dazu nicht in der Lage ist oder so tief in einer depressiven Phase steckt, dass er nicht die Energie dazu findet, kann auch einfach 20 Minuten spazieren gehen.

Wichtig ist, sich regelmäßig zu bewegen. Es geht nicht darum, Muskeln aufzubauen oder für Olympia zu trainieren.

Welcher Sport ist am besten bei Depressionen?

Meditation

Meditation hat in der Behandlung von Depressionen und Angststörungen stark an Bedeutung gewonnen. Studien haben nachgewiesen, dass regelmäßiges Meditieren die Symptome stellenweise ähnlich gut bekämpfen kann wie die Einnahme von Antidepressiva, aber auch begleitend zu einer Therapie die Gefahr eines Rückfalls deutlich verringert.

Neuere Therapieformen wie die dialektische Verhaltenstherapie oder die achtsamkeitsbasierte Verhaltenstherapie haben das Meditieren sogar als direkte Maßnahme in ihr Behandlungsprogramm aufgenommen.

Der Einstieg in die Meditation ist nicht für jeden einfach, auch weil viele mit der falschen Vorstellung daran gehen, dass es beim Meditieren darum ginge, einfach nur irgendwo zu sitzen und irgendwann würde auf magische Weise Stille im Kopf einkehren. Im Gegenteil. Bei der Meditation, insbesondere der Achtsamkeitsmeditation, geht es darum, Gedanken zuzulassen, ihnen aber nicht zu viel Bedeutung beizumessen. Gemäß dem alten Motto: Das Problem ist nicht der Schmerz an sich, sondern dass man an ihm leidet.

Für Einsteiger am besten ist es, bei Youtube nach „geführter Meditation“ zu suchen und sich ein Video herauszupicken, das einem zusagt. In unserer Videoecke hier auf calmerapy.de haben wir eine kleine Auswahl aufgelistet:

Meditationsvideos

Und unbedingt daran denken: Es kann schwer fallen am Anfang und es mag sich anfühlen, als würde es nicht funktionieren. Es kommt mit der Übung und irgendwann wirst du in der Lage sein, dich durch Meditation beruhigen zu können und den wilden Affen im Kopf ignorieren zu können.

Du solltest probieren, jeden Tag morgens und abends für je mindestens 20 Minuten zu meditieren.

Achtsamkeitsmeditation - Überblick und Anleitung

Genügend Schlaf

Depressionen führen häufig zu Schlafproblemen. Entweder hat man Probleme einzuschlafen, Probleme durchzuschlafen, wacht zu früh auf, oder man schläft den halben Tag und fühlt sich trotzdem wie gerädert.

Versuche nach Möglichkeit, einen festen Schlafrhythmus zu finden. Gehe jeden Tag zur gleichen Zeit zu Bett, stehe jeden Tag zur gleichen Zeit auf. Abends zieh die Gardinen zu und lass so wenig Licht wie möglich in dein Schlafzimmer. Lass den Fernseher nicht laufen und sorge für größtmögliche Stille. Ausnahme: du lässt ein Video mit einer Einschlafmeditation laufen.

Peile eine Schlafzeit von acht Stunden an und wenn du morgens aufwachst, dann bleib nicht für Stunden im Bett liegen, sondern steh auf. Gerade Morgenstunden sind für viele Menschen die schlimmste Zeit und wach im Bett zu liegen, ist die perfekte Gelegenheit für die Stimme im Kopf, in aller Ruhe alles Schlechte in der Welt und in deinem Leben vor dir auszubreiten.

Was tun bei Schlafstörungen?

Ernährung

Es gibt Nahrungsmittel, die helfen, depressive Symptome zu lindern. Andererseits gibt es auch Nahrungsmittel, die dich depressiver werden lassen. Gerade in einer schweren depressiven Phase kann es schwer fallen, überhaupt etwas zu essen. Versuch dann zumindest, dir durch Nahrungsergänzungsmittel die notwendigen Nährstoffe zuzuführen.

Besonders wichtig hierbei sind:

  • Omega-3-Fettsäuren
  • Tryptophan-reiche Lebensmittel
  • Antioxidierende Lebensmittel
  • Vitamin D
  • Vitamin B6
  • Selenium
  • Folsäure
  • Magnesium
  • Eisen

Einen ausführlicheren Überblick findest du in unserem Artikel:

Ernährung bei Depressionen

Selbsthilfe-Bücher

Wissen ist Macht und wer seine Depression oder Angststörung bekämpfen will, der muss lernen, wie diese funktioniert und welche Mittel es gibt, ihnen zu begegnen. Du solltest dir die Gewohnheit aneignen, regelmäßig zu lesen. Lerne, wie deine "Krankheit" funktioniert und welche Methoden es dagegen gibt. Lerne mehr über Therapieverfahren und verschiedene Theorien, wie der Unsinn in deinem Kopf überhaupt entstanden ist. Je mehr du weißt, desto einfacher wird es für dich, für Ruhe im Kopf zu sorgen.

Ja, es gibt viel Schmarrn bei Amazon und anderen Buchhändlern in der Selbsthilfe-Ecke. Es gibt aber auch einige Bücher, die nachweislich Menschen helfen können. Eine Auswahl haben wir auf folgender Seite zusammengestellt:

Selbsthilfe-Bücher

Sex

Klingt komisch, ist aber so. :) Sex setzt Glückshormone frei und hebt nachweislich die Stimmung. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die regelmäßig Sex haben weniger anfällig für depressive Symptome sind, während ein Mangel an Sex zu Depressionen führen kann.

Das heißt natürlich nicht, dass der Weg zum Glück durch den nächsten Swingerclub führt. Da depressive Menschen häufig mit Gefühlen von Schuld und Scham zu kämpfen haben, sollte der Sex mit einem Menschen passieren, dem man sich hingeben kann, dem vertraut und dem man auch am nächsten Morgen noch mit einem guten Gefühl in die Augen schauen kann.

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